Ade liebgewonnene Südinsel

1. Juli 2014 at 12:06

Am 22.06.2014 haben wir die Südinsel verlassen, um nun auf der Nordinsel unser Unwesen zu treiben. Die letzten schönen Tage haben wir in den sonnenverwöhnten Marlborouh Sounds genossen.

Marlborough Sounds

Picton und Ferry TerminalPicton Promenade

Vom kleinen süßen Picton, mit knapp 3.000 Einwohnern die größte Stadt der Marlborough Sounds, ging es in die Metropole Neuseelands, seiner Hauptstadt Wellington. Für uns Buschfreunde war es die absolute Reizüberflutung: zu viele Menschen auf engem Raum, die sich durch die Straßen schubsen, zu viel Verkehr im Wellingtoner Einbahnstraßengewirr und eine ungewohnte Lautstärke, die Stress aufkommen lässt.

Wellington CityWellington

Nach zwei Tagen Großstadtleben hatten wir genug und sind noch am späten Abend weitergefahren. Da die Übernachtungen in Wellington mit Abstand die bisher teuersten waren, haben wir bei Porirua auf einem kostenlosen Campingplatz mit ganz pasablen Toiletten geschlafen. Nur leider ist es ohne Licht dunkel, so dass es am nächsten Tag wieder auf einen richtigen Zeltplatz in Levin ging. Nur auch hier ist es dunkel, weil die Einrichtungen um 21 Uhr geschlossen werden. Das kennen wir schon von der Ostküste der Südinsel. Was ist mit dem entspannten, “easygoing” Neuseeland, das in allen Reiseführern proklamiert wird, passiert?! Videoüberwachung, Schlösser für Kühlschränke, die Küchenwände vollgespickt mit Regeln…

Maori-SkulpturNeuseeland ist überfüllt von Touristen. Touristen wie uns, die nach unberührten Naturschönheiten dieser Erde suchen. Zweifelsfrei lassen sich diese hier auch finden, aber der Vermarktung und der Geldmaschinerie wird immer mehr unterworfen. Der Tourismus boomt, der Rubel rollt und die Villen sprießen hier wie Pilze aus den Böden. Wovon natürlich nicht jeder profitieren kann. Auch am anderen Ende der Welt zeigt sich das Bild der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich. Und auch die Natur muss immer mehr dafür weichen. Viele Probleme, unter denen das ökologische Gleichgewicht leidet und endemische Vogelarten, die vom Aussterben bedroht sind, sind menschengemacht. Hasen, Possums und Wild wurden zum Spaß am Jagen und wegen ihres Felles eingeführt sowie vom ursprünglichen Wald sind nur noch etwa 5 Prozent vorhanden.

Te Papa Museum WellingtonDie wahre Pest ist allein der Mensch. Und würde es auf diesem Planeten noch ein unentdecktes Fleckchen Erde geben, würde es wie alle anderen Länder, sobald es besiedelt wird, dieselbe Entwicklung vollziehen, ungeachtet der historischen Weisheit. Ein paar ernste Worte der Freelenzer

Unser erstes kleines Erdbeben haben wir am 26.06.2014 um etwa 8 Uhr in Levin erlebt. Da lagen wir beide noch gemütlich im Bett und auf einmal hat es unsere Helga kräftig durchgeschüttelt. Etwa ein Willkommensgruß der Nordinsel?

Der nächste Stopp war Eketahuna. Dort schliefen wir auf dem bisher günstigsten Zeltplatz (klein, aber fein). Unbedingt musste die Beatwolle von Hennes ab. Da der Selbstversuch gescheitert ist, ging es am selben Nachmittag noch zum Friseur. Der Abend war gerettet!

Ein Highlight war der Besuch des Pukaha Mt. Bruce National Wildlife Centre, denn dort lebt ein weißes Kiwi-Weibchen. Unglaublich, aber war, es kann durchaus weiße Kiwis geben, die keine Albinos sind. Den Besuchern zuliebe wird für die Kiwis der Tag zur Nacht und die Nacht zum Tag. Somit können die nachtaktiven Vögel in Aktion beobachtet werden. Das Weibchen lebt dort nicht allein, ein braunes Männchen teilt das Revier mit ihr, in der Hoffnung der Tierpfleger, dass beide zueinander finden und für Nachwuchs sorgen. Da Kiwis sehr revierfreudige Vögel sind und gerne auch zum Stinker werden, musste sich das Männchen ganz schön was gefallen lassen und wurde hin und her gescheucht. Spektakulär war auch die Handfütterung der dort freilebenden “Monsteraale”.

In letzter Zeit ereilten zu viele Tiefdruckgebiete Neuseeland und das bedeutete Regen, Regen und nochmals Regen. Umso mehr freuen wir uns, wenn wieder die Sonne lacht und so haben wir einen Ausflug zum Castlepoint an der Ostküste gemacht: Strandfeeling bei 14 Grad ;)

Castlepoint