Im Angesicht des höchsten Gipfels

23. Mai 2014 at 11:42

Erkundungstour Mt Cook, Lake Tekapo, Banks Peninsula und Arthur’s Pass auf unserem Weg in den Norden vom 15.-22.05.2014

Auch wenn wir beiden den Mt Cook (Maori-Name: Aoraki), den höchsten Berg Neuseelands mit fast 3.800m nicht selbst besteigen können, hatten wir doch eine wunderbare Aussicht von der 1.800m hoch gelegenen Alpinhütte “Mueller Hut“, in der wir eine Nacht verbracht haben. Und um endlich an die 2.000m Grenze zu klopfen, haben wir von der Mueller Hut aus einen Abstecher zum Mt. Oliver gemacht. Somit konnten wir schon einmal den ersten Schnee im Mai spüren. Das Wetter war bombastisch: kein Wind, nur purer Sonnenschein, allerdings Temperaturen um den Gefrierpunkt und Nachts deutlich darunter.

Freelenzer vor Mt CookMt Cook & Southern Alps

SonnenuntergangJupiter bei VollmondDer helle Stern ist Jupiter.

Am nächsten Tag sind wir nach dem Abstieg weitergefahren zum Lake Tekapo. Oft wird mit atemberaubenden Bildern der historischen Kirche “Church of the Good Shepard”, die einsam und verlassen am Lake Tekapo steht, für Neuseeland als das Land der grenzenlosen Freiheit und stillen Naturschönheit geworben. Ohne Frage, es war wunderschön an dem See, aber die Kirche ist ein Touristenmagnet 1. Klasse. Zudem befindet sich unmittelbar hinter der Kirche (nur durch eine Straße getrennt) das Dorf Lake Tekapo mit unzähligen Ferienunterkünften. Ebenso ist Lake Tekapo  für seine klaren und spektakulären Sternenhimmel bekannt. Deswegen ist auch das Observatorium “Mt John Observatory” von der Canterbury Universität hier stationiert. Wir hatten leider Vollmond, so dass kaum Sterne zu sehen waren.

Lake TekapoThe Church of Good ShepardLake Mc GregorHennes am Lake TekapoAlpenpanorma

Anschließend wollten wir wieder ins Fjordland fahren, um den Milford Track nicht in der Hochsaison laufen zu müssen, da die Hütten dann unverschämt teuer sind. Die Wettervorraussicht für die kommende Woche mit täglich heftigen Regengüssen brachte uns dann doch von unserem Kurs ab und wir sind weiter Richtung Christchurch, um uns nach 3 Monaten unsere Post (Anmeldung Auto und Steuernummer) vom Hostel abzuholen. Bevor wir uns allerdings wieder dem City-Trubel aussetzen wollten, haben wir die vorerst letzten Gut-Wetter-Tage auf der Halbinsel “Banks Peninsula” mit idylischen Buchten genossen.

Auf dem ehemaligen Vulkankrater

Hafen von Akaroa

Nach einer Nacht in Christchurch auf einem Campingplatz, bei dem – wie auch häufig an der Ostküste – die Küche und der TV-Aufenthaltsraum um 21:00 Uhr geschlossen werden (absoluter Sackgang, weil dunkel ab 17:30 Uhr und kalt!!!), ging unser Roadtrip weiter zum Arthur’s Pass. Dort im Regen angekommen, haben wir uns im Touristeninformationszentrum über das Wetter erkundigt. Heftige Unwetter mit viel Regen, Sturmböen und antarktischer Kälte überziehen in den nächsten Tagen die komplette Südinsel. Somit ist der Trip ins Fjordland für uns vorerst gestorben und auch Arthur’s Pass National Park haben wir noch am selben Tag verlassen. Für Tramping ist es dort leider schon zu spät. Die meisten und interessantesten Tracks führen über hohe Pässe und ohne Steigeisen, Eisaxt und Erfahrungen ist dies dann doch vor allem wegen den anstehenden Wetterverhältnissen ein zu gefährliches Unterfangen. Auch wenn es uns in den Beinen juckt, die Southern Alps per pedes überqueren zu können. Wenn nicht per Fuß, dann eben mit der Helga und schwuppsdiwupp waren wir vom Canterbury District wieder an der Westküste.

Am selben Abend haben wir dann noch erfahren, dass ein 22 Jahre junges Mädchen am Montag auf dem Milford Track tödlich verunglückt ist. Beim Versuch, einen durch heftigen Regen angeschwollenen Bach bzw. Strom zu überqueren, wurde sie mitgerissen und in den Hauptfluss gespült. Ihr Freund und ein deutscher Backpacker, mit dem das Pärchen zusammen unterwegs war, konnten ihr nicht helfen. Was für ein Horror!!! Hat uns sehr beschäftigt, deshalb wollten wir es in unserem Beitrag erwähnen.

Macht euch bitte keine Sorgen! Wir haben unsere Tramping-Pläne momentan alle gecancelt und sitzen das schlechte Wetter vorerst aus. Wir fahren weiter in den Norden, um uns hoffentlich dem Kälte- und Schneeeinbruch entziehen zu können. Back on the road again…