Kiwi-Spotting auf Stewart Island

13. Mai 2014 at 4:00

Tramping vom 25.04.-03.05.2014 auf dem North West Circuit

Oban und Halfmoon Bay

Wir sind in 9 Tagen um die halbe Insel und haben uns mal wieder durch viel Schlamm gekämpft, um an wunderschöne Sandstrände und Buchten zu gelangen und vor allem einen Blick auf Neuseelands Nationaltier erhaschen zu können.

East Ruggedy BeachDünen-SurfingWest Ruggedy Beach

Und da wir mittlerweile gute Kiwi-Hunter geworden sind, haben wir sage und schreibe 8 Kiwis gesehen, 3 bei Nacht und 5 am Tag. Da mitunter auf Stewart Island die größte Population mit bis zu etwa 20.000 Kiwis lebt, sind die Chancen hier am größten. Stewart Island wird uns deswegen wohl immer in Erinnerung bleiben, schließlich ist eine Begegnung mit einem Kiwi in freier Wildbahn etwas Besonderes. Es war auch gar nicht so einfach, einen dieser scheuen Vögel vor die Linse zu bekommen. Aber wir haben es geschafft! Wenn auch nur ein kleines Exemplar, aber wir sind stolz auf uns, den Track mit insgesamt über 130km im ständigen Matsch geschafft zu haben. Im Vergleich zum Kiwi auf dem Foto haben wir welche erspähen können, die doppelt so groß sind. Das sind die Weibchen, die wahren Chefinnen des Busches, die deutlich größer sind als die Männchen.

Wie finde ich einen Kiwi?

Kiwi Kiwi Kiwi

Stewart Island Brown Kiwi or the Southern Tokoeka

Darüber hinaus haben wir viele Rehe (z.B. White Tail) gesehen. Eins davon ist 2 Meter vor uns über den Track gesprungen. Wir haben uns an Possums herangeschlichen, die nahezu blind erscheinen, weil wir uns ihnen weniger als einen halben Meter nähern konnten. Hennes wollte, dass ich eins mit der Axt erschlage, weil das Possum einer der Erzfeinde des Kiwis ist.

Possum

Stewart Island mit seinen einsamen Sandstränden ist ein kleines Paradies, wenn nur nicht diese lästigen Sandflies wären, die es einem unmöglich machen, sich nach einer langen Wanderung im Meer abzukühlen. Dem Seelöwen scheint dies wohl nichts auszumachen.

Vielleicht auch besser so, denn in der Foveaux Strait zwischen Stewart Island und der Südinsel tummeln sich zahlreiche weiße Haie. Und vermutlich nicht nur dort. Wer den Adrenalinkick braucht, kann sogar mit ihnen tauchen, selbstverständlich geschützt im Käfig mit angepriesener 99% Sichtquote. Und man selbst ist der Köder!

Vorsicht bissig

Jede Hütte auf dem Track hatte etwas Besonderes. Die erste “Bungaree Hut“ versprach die erste Begegnung mit einem Kiwi. Unvergesslich schön, vor allem weil es so unverhofft passiert ist. In der “Christmas Village Hut“ trafen wir auf 7 junge Leute und sind am Abend gemeinsam zum Kiwi-Spotting losgezogen.

Smokey BeachSanddünen Smokey Beach

Nach einem tollen Sonnenaufgang am Morgen über dem Meer ging es weiter zur “Yankee River Hut“. Von nun an hatten wir “Sturmfrei“ und die nächsten 3 Hütten ganz für uns allein.

Yankee River HutYankee River und das Meer

Die beste von allen war “Long Harry“ mit einer grandiosen Aussicht auf die Küste.

Ausblick Long Harry Hut

Long Harry Beach

Die “East Ruggedy Hut“ war ein kleines Schlarafenland. Die Jäger, die zuvor in der Hütte verweilten, hinterließen ihr restliches Essen.

East Ruggedy HutEast Ruggedy DünenAwesome sunset

Kurz vor der “Big Hellfire Hut“ holten uns dann Tibor und David, zwei Franzosen, ein. Von nun an hatten wir dasselbe Ziel, nur dass die Jungs uns immer weit voraus waren. Die letzten 3 Kilometer zur “Mason Bay Hut“ waren der erholsamste Part für die Füße vom Track – barfuß den Strand entlang. Dort haben wir auch einen toten Mini-Hai gefunden.

Blick auf Mason Bay

Barfuß entlang der Mason BaySumpflandschaften Richtung Freshwater

Das letzte Mal Kiwi-Spotting im Wald an der “Freshwater Hut“ war der absolute Hammer. Zwar haben wir am Abend keinen gesehen, aber dafür gefühlte zehn Kiwis im nähreren Umkreis von uns gehört. Ein schriller Schrei kommt von den Weibchen und ein melodisches Pfeifen von den Männchen. Und als ob sich die Kiwis von uns verabschieden wollten, läuft uns ein prächtiges Weibchen am Morgen direkt vor die Füße.

Endlich Pause