Einwandtutti und Aus-die-Maus

28. März 2014 at 2:24

Wenn die Engel reisen, reist die Sonne mit. Und so haben wir bei herrlichem Königswetter auf dem Weg zum Milford Sound einen kleinen Ausflug zum Key Summit gemacht. Um zu diesem alpinen Naturlehrpfad zu kommen, sind wir bereits ein Stück den Routeburn Track, einem unserer nächsten Great Walks, gefolgt. Aus Sicht einiger Neuseeländer ist dies mit einer der schönsten Wanderwege in Neuseeland. Die Aussicht vom Key Summit Track auf die Ailsa Mountains war schon einmal grandios.

Key Summit

Der Milford Sound, Neuseelands wohl bekanntester Fjord, wird ganz schön vermarktet. Unzählige Tourenbusse fahren ihn täglich an, so dass an dem kleinen Hafen mehr los ist als auf dem Erfurter Flughafen. In einer Halle, die eher einem Bahnhof gleicht, befinden sich etwa 7 verschiedene Anbieter von Ausflugsschiffen auf den Sound.
Wir haben uns für Mitre Peak entschieden, da das Boot nicht ganz so auf Massentourismus ausgelegt war. Der Mitre Peak ist mit 1692 m übrigens das Wahrzeichen des Milford und der Renner auf Postkarten schlechthin, weil er Ähnlichkeit mit einem Bischofshut hat. Naja, ein Berg eben. Davon gibts hier viele.
Dank des bombastischen Wetters war es aber eine dufte Bootsfahrt und der Fjord konnte sich von seiner schönsten Seite zeigen. Vor allem weil knallende Sonne im Fjord Wind erzeugt, den die Sandflies nicht mögen.

Mitre Peak

Der Bootsführer als Fotograf

Vom Busch haben wir beide erst einmal genug. Die Grave Talbot Route oder besser gesagt ein Trampelpfad führt unmittelbar durch dichten feuchten Fjordregenwald nahe dem Milford. Wir hatten Glück, dass es nicht so viel geregnet hatte, denn dadurch war es nicht so matschig und auch die kleinen Flußläufe waren einfach zu passieren. Die ganze Strecke wollten wir dann doch nicht laufen und so haben wir den Platz am Gulliver River als unser Tagesziel ernannt. Bestes Trinkwasser und mutterseelenallein in nahezu unberührter Natur hat es uns sehr gut gefallen. Ein guter Tip für Neuseelandtrips ist es, nicht nur die Touri-Ziele (z.B. aus dem Reiseführer) anzusteuern, denn dann kann man auch noch das wilde Neuseeland entdecken. Zum Abschluss der Erkundungstour machten wir noch einen Abstecher ins Hollyford-Tal zu den Humboldt Wasserfällen.

Relaxen am Gulliver River

Am folgenden Abend hatten wir einen Zeltplatz für uns fast alleine. Entlang der Milford Road gibt es einige der DOC-Campingplätze, die womöglich als billigste Alternative geschaffen wurden, seitdem Freecampen in Neuseeland nicht mehr erlaubt ist. Für $6 gibt es Wasser aus dem Fluß, ein Plumsklo und manchmal auch eine Feuerstelle.

Aber nach 3 Tagen wirds dann doch Zeit für eine heiße Dusche und für Hennes, seine Seuche auszukurieren (das arme Ding ist krank).

Lake Te Anau

Wir haben übrigens eine neue Mitbewohnerin. Eine Maus hat sich unter unserem Autodach eingenistet und macht in der Nacht Rabatz. Wie kommt bitteschön die Maus unter unser Autodach? – Unsere Theorie: während der Reparatur an der A-Säule in der Werkstatt. Komisch, dass sich das Mäuschen erst in der fünften Nacht nach der Reparatur bemerkbar gemacht hat. Wie lange kann eine Maus eigentlich ohne Fressen überleben?
Wir haben gleich am nächsten Tag das halbe Auto auf den Kopf gestellt. Aber das Mäuschen ließ sich leider auch nicht mit Käse hervorlocken. In der Hoffnung, sie wird schon alleine den Weg nach draußen finden, wenn die Dachverkleidung ab ist, haben wir uns wohl getäuscht. In der Nacht war sie wieder aktiv. Also muss Plan B angewandt werden: eine Mausefalle muss her! Tierfreunde, wie wir sind, wollen wir sie natürlich nicht töten. Also versuchen wir sie lebend zu fangen. Bis jetzt leider erfolglos. Morgen ist ihre letzte Chance, denn dann starten wir den Rees-Dart Track und sind 5 Tage unterwegs. Wir haben uns einen Backcountry Pass gekauft und können nun damit ein Jahr in über 950 DOC-Hütten schlafen.