Geisterstadt Christchurch

17. Februar 2014 at 11:39

Nach unglaublichen 20 Stunden Reisezeit mit Bus, der Fähre und wieder dem Bus sind wir endlich in Christchurch angekommen. Auf dem Weg von Wellington hierher, konnten wir weitere tolle Eindrücke der auf uns wartenden Naturschönheiten gewinnen. Nicht nur die Natur- sondern auch die Tierwelt werden uns sicherlich begeistern.

Picton

Wer sich noch erinnern kann, im September 2010 und vor allem im Februar 2011 erschütterte Christchurch ein schweres Erdbeben. Die Auswüchse der Katastrophe sind immer noch allgegenwärtig – eingestürzte Häuser, leere Straßen und Geschäfte in der Innenstadt. Viele Schulen und Kirchen müssen neu errichtet werden. Unvorstellbar (in unserer schnelllebigen Zeit), wie lange so ein Wiederaufbau einer Stadt dauert und vor allem welche verheerenden Auswirkungen noch nach 3 Jahren spürbar sind. Viele Menschen sind aus Christchurch und den Vororten wie Sumner, die es besonders hart getroffen hat, weggezogen. Vor allem in Sumner haben wir viele exklusive Villen gesehen, die nicht mehr bewohnbar sind. Bedingt durch den Wiederaufbau sind zwar momentan die Chancen, auf dem Bau zu arbeiten, recht gut, aber trotzdem ist eine gewisse (kulturelle) Armut spürbar. Nicht überall!!! Es ist schwierig in Worte zu fassen, aber es ist irgendwie unheimlich, nachts durch die Stadt zu laufen. An unserem ersten Abend hatten wir eine bizarre Begegnung mit einem Typen, der vermutlich in den öffentlichen Toiletten gehaust hat.

Christchurch City

Die Neuseeländer sind sehr aufgeschlossen und interessiert. Wir werden häufig gefragt, woher wir kommen und Hennes hält dann mit jedem ein kleines Schwätzchen. Mit meinen marginalen Schulenglischkenntnissen kann ich da leider nicht mithalten, zumal es kein klares Englisch ist, sondern the Kiwi-Slang. Lustig war unsere Busfahrt nach Sumner. Der Busfahrer forderte uns nach etwa 10 Minuten Busfahrt mit etwas harschem Ton auf, uns nach vorne zu setzen. Schweigend und mit verdutzten Blicken haben wir getan, was er wollte. Da er gemerkt hat, dass wir nicht von hier sind, hat er uns unmittelbar die Auswirkungen des Erdbebens gezeigt und einiges darüber erzählt. Eine kurze unbezahlte Stadtrundfahrt. Das war echt gut.

Taylors Mistake Bay 1Taylors Mistake Bay

 

Da es einige Hostels nicht mehr gibt, sind natürlich auch die Übernachtungsmöglichkeiten (bezogen auf Budgetunterkünfte) rar. Beinah hätten wir auf der Straße gestanden, aber zum Glück sind wir über Airbnb für 5 Nächte in einer ehemaligen Garage bei einer Familie untergekommen. Insgesamt sind wir nun schon fast zwei Wochen in Christchurch und unser Tagesablauf ist weiterhin auf die Suche eines Campers, die nächste Übernachtungs- oder Einkaufsmöglichkeit ausgerichtet. Auch das ist Arbeit, so dass wir uns ab und zu mal einen Tag Auszeit gönnen. Ein Tag am Strand ist da natürlich eine willkommene Abwechslung und so sind wir mit dem Bus nach New Brighton gefahren. Kilometerlanger Sandstrand wie die geliebte Ostsee, nur mit überaus etwas mehr Wellengang. Da ziehts dir bald die Badehose aus und der Boden wird dir unter den Füßen regelrecht weggezogen (wohlgemerkt bei wenig Wind). Mich hat es natürlich gleich entschärft und unter Wasser gezogen. Das must-have ist hier auf jeden Fall ein Surfbrett und ein Neoprenanzug, ansonsten ist “Naked Surf Culture” angesagt. Das Siebi den Trend einführt, versteht sich ja von selbst ;)

Hagley Park 2 Hagley Park 1 Hagley Park


Auf unseren nächsten Blogeintrag könnt ihr euch jetzt schon freuen, denn der widmet sich voll und ganz unserem neuen Zuhause. Ja, wir haben es geschafft und ein Auto gefunden, dass den kritischen und gewissenhaften Check durchlaufen hat und vom Chief Inspector für einigermaßen gut befunden wurde. Die Neuseeländer können von Glück reden, dass Hennes hier nicht den WoF (warrant of fitness = TÜV) abnimmt.

Und ja, auch hier spielt man Badminton

Und ja, auch hier spielt man Badminton